Über kruschar

Dies und das.

Sondria und Wribald erreichen Kruschar

Wie erwartet versperrten die Wachen ihnen mit gekreuzten Speeren den Zugang zum Torbogen. Sie trugen die schwarzen Lederrüstungen der Aharonskrieger, was Sondria nicht nur erschreckte, sondern auch überraschte. Bisher hatte sie immer geglaubt, alle Städte hätten ihre eigenen Wachen. Sogar in Sondharrim, dem Hauptsitz des Ordens und Hofplatz des Heiligen war das so.
„Halt, ihr da!“, rief einer der beiden Männer sie an. „Wohin und in welcher Absicht?“
Sondria setzte zu Sprechen an, aber Wribald trat sie wie unabsichtlich mit voller Wucht auf den Fuß. Er senkte ehrerbietig den Kopf und trat vor die Wachen, beiläufig ihren Körper mit seinem abschirmend.
„Wir sind einfache Bauern, Herr, und wir wollen zum Winterfest. Wir haben gehört, es gibt einen Markt, und wir haben etwas zu verkaufen.“ Bei seinen letzten Worten streifte er kurz, wie gegen seinen Willen, Onduram mit einem Blick. Der Wachmann nickte und musterte das Kind genauer.
„Habt ihr Papiere?“ Wribald zog einen Lederbeutel heraus, und aus diesem entnahm er einige Pergamentfetzen, die alt und abgegriffen aussahen.
„Hier, Herr. Dieses Papier,“ er wählte sorgfältig eines aus, „ist meine Freilassungsurkunde. Mein Herr hat mich entsklavt, und mir sogar einen Namen gekauft – hier, das steht hier drauf.“ Mit diesen Worten reichte er der Wache ein weiteres. „Und hier“, wieder zog er eines aus dem Stapel, „hier ist die Heiratsurkunde, die bezeugt, dass dies Weib,“ nun zerrte er Sondria am Ärmel neben sich, „meine angetraute Frau ist.“ Dabei blickte er voller bescheidenen Stolzes auf Sondria, die Papiere in seiner Hand, das Kind. Der Wachmann studierte die Blätter, die Wribald ihm gegeben hatte, lange und intensiv. Sein Kumpan beschäftigte sich in der Zwischenzeit mit einem Fuhrwerk, in dem ein offensichtlich reicher Mann saß, der Qualität seines Drachen nach zu urteilen Aber auch er wurde sorgfältig kontrolliert. Man wollte offenbar kein Risiko eingehen. Schließlich war der Wachmann zufrieden gestellt und reichte Wribald die Papiere zurück. Er sagte: „Ihr wißt, dass Kruschar dreißig Prozent Zoll auf alle innerhalb der Mauern gehandelten Waren erhebt? Vergesst also nicht, den Marktmeister von eurem Handel zu unterrichten.“ Damit winkte er sie weiter.
Innerhalb der Mauern herrschte ein solches Gedränge, dass Onduram ängstlich Sondrias Hand ergriff um nicht von den Menschenmassen fortgerissen zu werden. Wribald strebte zielsicher erst eine Straße entlang, dann eine andere, und weiter in eine dritte, bis sie schließlich von den Hautpstraßen so weit entfernt waren, dass sie sich beinahe allein auf dem Pflaster bewegten. Schließlich zog Sondria ihn am Ärmel und zwang ihn so, stehen zu bleiben.
„Was ist?“, wollte er ungehalten wissen.
„Wo bringst du uns hin?“ Sondria hatte ihre Diskussion nicht vergessen, und sie schätzte es nicht besonders, dass er sich nun als Führer ihrer kleinen Truppe anzusehen schien.
„In eine Schänke, die ich kenne. Sie gehört einer Wirtin, die ich kenne; sie hat meinem Bruder schon öfter Unterschlupf gewährt als du in einer Minute mit den Wimpern schlagen kannst, und sie hat gute Beziehungen. Einige ihrer Mädchen arbeiten für die Reichen dieser Stadt, wenn du verstehst, was ich meine.“ Manchmal hätte Sondria ihm gerne einfach mal eine über das Maul gehauen; aber allein in dieser fremden Stadt hätte sie sich nie zurecht gefunden, also biss sie die Zähne zusammen und nickte nur. Dann schluckte sie ihren Zorn hinunter und fragte: „Und wo ist diese Schänke?“
Wribald machte mit dem Arm eine Bewegung der Gasse folgend. „In der Nähe des Hafens. Das ist günstig, da können wir schnell verschwinden, wenn irgend etwas schief gehen sollte. Ein paar der Kapitäne sind nicht sonderlich gesetzestreu; warum sollten sie auch, sie leben ja ohnehin die meiste Zeit weit draußen auf dem Meer, wo es nur Fische, Piraten und Elfen gibt. Was interessieren sie unsere Landrattenprobleme.“ Wieder einmal klang Wribald bitter, und Sondria nahm sich erneut vor herauszufinden, was in den wenigen Monaten, nachdem sie beide sich vor den Toren Rhamonns getrennt hatten, eigentlich passiert war, das ihn so verändert hatte.

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Willkommen auf der Dracheninsel!

Hervorgehoben

Die Dracheninsel ist das Zentrum der phantastischen Welt, in der unsere Geschichten spielen.

Die Hafenstadt „Kruschar“, die dem Blog den Namen gegeben hat, ist zwar klein, aber eine der reichsten Städte.  Was dort beginnt, wird das Schicksal der ganzen Insel prägen.

Eine besondere Eigenheit der Dracheninsel ist, dass hier keine großen Huftiere heimisch sind, sondern seit vielen Zeitaltern Drachen die Aufgaben von Reit- und Zugtieren übernommen haben.

Aber Drachen sind weder Pferde noch Ochsen …  Und sie haben bemerkenswerte Eigenschaften …

Was geschieht, wenn Drachen und Pferde aufeinander treffen? Davon erzählt das erste Buch, das wir gemeinsam geschrieben haben.