Neue Ausgabe: „Die Piratin“

Die neue Ausgabe der Piratin ist fertig. Als erster Roman der Reihe „Drachenwelt“.

Nachdem ich die Rechte vom Verlag zurückbekommen habe, habe ich den Roman in der ursprünglich geplanten Version „restauriert“ und ergänzt: Jetzt ist es (wieder) ein klassischer Fantasy mit einer erwachsenen Piratenkapitänin als Protagonistin.

Drachenwelt: Die Piratin

Drachenwelt: Nanja, die Piratin von den Schwimmenden Inseln, stiehlt ein Dutzend Pferde vom nächstgelegenen Kontinent. Ein Adliger der Dracheninsel will sie gegen die einheimischen Drachen antreten lassen und mit dem Spektakel seine Macht festigen.
Doch erst eine Flaute, dann ein Erdbeben und schließlich ein Angriff von Dämonen drohen Nanjas Geschäft mit dem Adligen zu ruinieren. Es scheint, als sollten die Pferde die Dracheninsel nicht erreichen.
Dann wird Nanjas Auftraggeber selbst zu ihrem Feind, denn er braucht den einen der Seefahrer, der mit den Pferden umgehen kann. Er bringt Ron in seine Gewalt und nimmt Nanja als Geisel, damit Ron das Rennen für ihn gewinnt.
Aber als Ron dann wieder frei ist, ist er keineswegs in Sicherheit …

Die E-Book-Ausgabe:: Bei Amazon und auf allen anderen E-Book-Plattformen: Universal Link.

Das Taschenbuch ist ebenfalls auf Amazon erhältlich.

Sondria und Wribald erreichen Kruschar

Wie erwartet versperrten die Wachen ihnen mit gekreuzten Speeren den Zugang zum Torbogen. Sie trugen die schwarzen Lederrüstungen der Aharonskrieger, was Sondria nicht nur erschreckte, sondern auch überraschte. Bisher hatte sie immer geglaubt, alle Städte hätten ihre eigenen Wachen. Sogar in Sondharrim, dem Hauptsitz des Ordens und Hofplatz des Heiligen war das so.
„Halt, ihr da!“, rief einer der beiden Männer sie an. „Wohin und in welcher Absicht?“
Sondria setzte zu Sprechen an, aber Wribald trat sie wie unabsichtlich mit voller Wucht auf den Fuß. Er senkte ehrerbietig den Kopf und trat vor die Wachen, beiläufig ihren Körper mit seinem abschirmend.
„Wir sind einfache Bauern, Herr, und wir wollen zum Winterfest. Wir haben gehört, es gibt einen Markt, und wir haben etwas zu verkaufen.“ Bei seinen letzten Worten streifte er kurz, wie gegen seinen Willen, Onduram mit einem Blick. Der Wachmann nickte und musterte das Kind genauer.
„Habt ihr Papiere?“ Wribald zog einen Lederbeutel heraus, und aus diesem entnahm er einige Pergamentfetzen, die alt und abgegriffen aussahen.
„Hier, Herr. Dieses Papier,“ er wählte sorgfältig eines aus, „ist meine Freilassungsurkunde. Mein Herr hat mich entsklavt, und mir sogar einen Namen gekauft – hier, das steht hier drauf.“ Mit diesen Worten reichte er der Wache ein weiteres. „Und hier“, wieder zog er eines aus dem Stapel, „hier ist die Heiratsurkunde, die bezeugt, dass dies Weib,“ nun zerrte er Sondria am Ärmel neben sich, „meine angetraute Frau ist.“ Dabei blickte er voller bescheidenen Stolzes auf Sondria, die Papiere in seiner Hand, das Kind. Der Wachmann studierte die Blätter, die Wribald ihm gegeben hatte, lange und intensiv. Sein Kumpan beschäftigte sich in der Zwischenzeit mit einem Fuhrwerk, in dem ein offensichtlich reicher Mann saß, der Qualität seines Drachen nach zu urteilen Aber auch er wurde sorgfältig kontrolliert. Man wollte offenbar kein Risiko eingehen. Schließlich war der Wachmann zufrieden gestellt und reichte Wribald die Papiere zurück. Er sagte: „Ihr wißt, dass Kruschar dreißig Prozent Zoll auf alle innerhalb der Mauern gehandelten Waren erhebt? Vergesst also nicht, den Marktmeister von eurem Handel zu unterrichten.“ Damit winkte er sie weiter.
Innerhalb der Mauern herrschte ein solches Gedränge, dass Onduram ängstlich Sondrias Hand ergriff um nicht von den Menschenmassen fortgerissen zu werden. Wribald strebte zielsicher erst eine Straße entlang, dann eine andere, und weiter in eine dritte, bis sie schließlich von den Hautpstraßen so weit entfernt waren, dass sie sich beinahe allein auf dem Pflaster bewegten. Schließlich zog Sondria ihn am Ärmel und zwang ihn so, stehen zu bleiben.
„Was ist?“, wollte er ungehalten wissen.
„Wo bringst du uns hin?“ Sondria hatte ihre Diskussion nicht vergessen, und sie schätzte es nicht besonders, dass er sich nun als Führer ihrer kleinen Truppe anzusehen schien.
„In eine Schänke, die ich kenne. Sie gehört einer Wirtin, die ich kenne; sie hat meinem Bruder schon öfter Unterschlupf gewährt als du in einer Minute mit den Wimpern schlagen kannst, und sie hat gute Beziehungen. Einige ihrer Mädchen arbeiten für die Reichen dieser Stadt, wenn du verstehst, was ich meine.“ Manchmal hätte Sondria ihm gerne einfach mal eine über das Maul gehauen; aber allein in dieser fremden Stadt hätte sie sich nie zurecht gefunden, also biss sie die Zähne zusammen und nickte nur. Dann schluckte sie ihren Zorn hinunter und fragte: „Und wo ist diese Schänke?“
Wribald machte mit dem Arm eine Bewegung der Gasse folgend. „In der Nähe des Hafens. Das ist günstig, da können wir schnell verschwinden, wenn irgend etwas schief gehen sollte. Ein paar der Kapitäne sind nicht sonderlich gesetzestreu; warum sollten sie auch, sie leben ja ohnehin die meiste Zeit weit draußen auf dem Meer, wo es nur Fische, Piraten und Elfen gibt. Was interessieren sie unsere Landrattenprobleme.“ Wieder einmal klang Wribald bitter, und Sondria nahm sich erneut vor herauszufinden, was in den wenigen Monaten, nachdem sie beide sich vor den Toren Rhamonns getrennt hatten, eigentlich passiert war, das ihn so verändert hatte.

Nanja

Margoro ließ auf sich warten. Als er endlich kam, war sie schon im Begriff, die Anker zu lichten. Nanja empfing ihn höchst ungnädig und Margoro war zornig darüber, dass sie beinahe ohne ihn ausgelaufen wäre.

„Du hättest mir mit deinem Boot folgen können.”

„Und wie hätte ich euch gefunden?”

Nanja grinste. „Einmal um die Insel herum; mein Schiff ist nicht zu übersehen.”

Er war streitsüchtig und suchte nach etwas, wo er gewinnen konnte. Aber er wurde schon leiser. „Es sind meine Pferde”, murrte er.

Da lachte Nanja ihn erst recht aus. „Noch nicht! Erst, wenn du sie bezahlt hast.”

Missgelaunt folgte er ihr auf die Brücke. „Wie sind sie?”

Sie warf ihm einen kurzen Blick zu; dann konzentrierte sie sich darauf, zwischen den anderen Schiffen hindurch zu steuern. „Sie sind sehr schön. Neben unseren Drachen werden sie zerbrechlich wirken. Doch sie sind stark.”

„Sind sie auch schnell?”

Nanja zuckte die Achseln. „In der Herberge haben sie von dem Rennen geredet. Es ist wohl schon Stadtgespräch.” Sie schaute ihn an. „Ich nehme an, du hast auf die Pferde gesetzt?”

Margoro grinste. „Noch habe ich nicht gesetzt. Mehr als der eigene Einsatz interessiert mich, wie ich die Wetten organisieren muss, damit ich auf jeden Fall gewinne.”

„Hast du denn Männer, die sie reiten können?”

„Ist doch egal, ob jemand ein Pferd oder einen Drachen reitet.”

Margoro zerrte nervös an seinen weiten Ärmeln. Es schien eine Angewohnheit zu sein, denn der Goldbesatz an den Rändern war ganz abgegriffen. „Vielleicht sollte ich nicht Pferde gegen Drachen setzen lassen, sondern auf die einzelnen Tiere?”

Nanja lachte immer weiter. Prustend stieß sie hervor: „Aber du wolltest doch mit den Pferden etwas beweisen.” Sie hörte auf zu lachen und dachte einen Moment nach. „Was für einen Zweck hat das Ganze?”

„Das Volk will unterhalten werden. Das haben die Menschen verdient.”

Also brauchte er die Gunst der Bevölkerung für irgend etwas. Sie musterte ihn von oben bis unten. Diese Landbewohner hatten doch nichts als Macht und Reichtum im Sinn. Und Stroh im Kopf.“

„Renntag in Kruschar“: im Kindle Shop,  bei Smashwords  (alle E-Book-Formate), iTunes

Nanja, die Piratin, ist die Tochter eines Handelskapitäns und einer Astronomin aus der Stadt Belascha. Als Kind hat sie bei ihrer Mutter gelebt, die Gildenführeri war. Nach dem Tod der Mutter verließ sie Belascha und der Vater zog sie auf seinem Schiff groß.

Sitaki, der auch jetzt noch ihr Steuermann ist, lehrte das kleine Mädchen alles, was es über die Seefahrt wisen muste. sie erbte das Schiff von ihrem Vater und wurde Kapitänin.- Nachdem sie auf dem Schiff groß geworden ist, hat sie von Männern im Allgemeinen eine recht geringschätzige Meinung. Was zuweilen zu Problemen führt. Zumal sie nur schwer davon zu überzeugen ist, dass sie keineswegs immer alles besser weiß.

Sie besorgte sich einen Kaperbrief und wurde bald für ihre kühnen Unternehmungen berühmt.  Jedem Kind auf der Dracheninsel ist „die Piratin“ ein Begriff.

Als Hochseebewohnerin wird sie auch von den Elfen geschätzt.  Den Söldnern von Dhaomond hat sie ein Drachenei abgejagt. So ist sie nicht nur zu einem Flugdrachen gekommen, den die Elfen ihr dann gezähmt und anvertraut haben.  Obendrein kennt sie das große Geheimnis der Drachen, das den gewöhnlichen Inselbewohnern verborgen bleibt.

Willkommen auf der Dracheninsel!

Hervorgehoben

Die Dracheninsel ist das Zentrum der phantastischen Welt, in der unsere Geschichten spielen.

Die Hafenstadt „Kruschar“, die dem Blog den Namen gegeben hat, ist zwar klein, aber eine der reichsten Städte.  Was dort beginnt, wird das Schicksal der ganzen Insel prägen.

Eine besondere Eigenheit der Dracheninsel ist, dass hier keine großen Huftiere heimisch sind, sondern seit vielen Zeitaltern Drachen die Aufgaben von Reit- und Zugtieren übernommen haben.

Aber Drachen sind weder Pferde noch Ochsen …  Und sie haben bemerkenswerte Eigenschaften …

Was geschieht, wenn Drachen und Pferde aufeinander treffen? Davon erzählt das erste Buch, das wir gemeinsam geschrieben haben.